

Es heißt: Unterschätze niemals die Kraft eines einzelnen Samenkorns. In unserem Projekt in Makanjira konnten wir sehen, welche Kraft Saatgut für 500 Jugendliche entfaltet.
Malawi ist ein Land voller Naturwunder, in dem 22,8 Millionen Menschen aus mehr als 12 Sprach- und Kulturgruppen friedlich zusammenleben. Doch das Land in Südostafrika hat enorme Herausforderungen zu meistern. Laut dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zählen dazu eine hohe Armutsrate, weit verbreitete Mangelernährung, ein niedriges Bildungsniveau, eine schwache Gesundheitsversorgung und ein hohes Bevölkerungswachstum. [1]
Von diesen Herausforderungen berichtete auch unser Partner The Hunger Project Malawi. Deshalb haben wir gemeinsam von November 2023 bis April 2025 das Projekt „Stärkung der Fähigkeiten von Jugendlichen für landwirtschaftliches und wirtschaftliches Wachstum“ in der Region Makanjira umgesetzt. Gefördert wurde das Projekt vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie Das Hunger Projekt Deutschland.
In Makanjira blickten viele junge Menschen auf eine ungewisse Zukunft. Es gab nur begrenzte Möglichkeiten auf Arbeit und ein eigenes Einkommen. Hinzukam, dass steigende Preise vielen Familien die Sicherung ihrer Lebensgrundlagen erschwerten. Deshalb setzten wir in dem Projekt darauf, die Teilnehmenden in nachhaltiger Landwirtschaft, Unternehmertum und Finanzwissen zu schulen. 500 Jugendliche erhielten so eine berufliche Qualifizierung und eine Perspektive durch Einkommensmöglichkeiten und den Aufbau neuer Marktchancen. Für den Wissensaustauch untereinander etablierten wir auch Jugendnetzwerke. Wir unterstützen 290 junge Frauen und 210 junge Männer berufliche Fähigkeiten zu erwerben, Einkommen zu erwirtschaften und sich stärker an der Entwicklung ihrer Gemeinden zu beteiligen.
Um sich eigene Einkommensquellen aufzubauen, erhielten die 500 Jugendlichen Saatgut für den Sojaanbau sowie Schulungen in nachhaltiger Landwirtschaft. Dies war auch eine erste Anpassung an die Klimawandel bedingten Wetterextreme, denen das Land immer häufiger ausgesetzt ist. Ursprünglich war der Anbau von Erdnüssen geplant. Aufgrund einer starken Trockenperiode hat The Hunger Project Malawi in Abstimmung mit den Teilnehmenden frühzeitig auf eine dürretolerante Sojasorte umgestellt. Zudem wurden Saatgutbanken aufgebaut, damit Ernteerfolge langfristig Wirkung entfalten konnten. Alle Jugendlichen zahlten nach der Ernte einen Teil davon wieder zurück. Dadurch steht das Saatgut auch in den kommenden Jahren weiteren Jugendlichen zur Verfügung.
„Durch den Verkauf meiner Ernte konnte ich genug Geld ansparen, um mir einen Traum zu verwirklichen: mein eigenes Fahrrad“, erzählte uns Gersom Banda, einer der Projektteilnehmer. Auch andere Jugendliche investierten ihre Gewinne in weitere Geschäftsfelder wie Zuckerrohranbau, kleine Handelsaktivitäten oder Ackerland.


Zusätzlich zum Saatgut erhielten die Jugendlichen auch Ziegen und Schulungen in der Tierhaltung. Durch die Züchtung der Tiere wurden die Teilnehmenden in die Lage versetzt, Jungtiere an andere Gemeindemitglieder weiterzugeben und somit die Wirkung des Projekts zu potenzieren. Auch das erworbene Wissen wurde vervielfacht. Über lokale Jugendclubs gaben 200 geschulte Teilnehmende ihr landwirtschaftliches Wissen an andere Jugendliche weiter. Dadurch entstanden Netzwerke, in denen junge Menschen gemeinsam Probleme diskutierten, Erfahrungen austauschten und sich gegenseitig unterstützten.
Neben materiellen Ressourcen und Knowhow spielte auch die innere Einstellung der Teilnehmenden eine wichtige Rolle: In Vision-Commitment-Action-Workshops (VCA) erarbeiteten die Jugendlichen eine Vision für sich und ihre Gemeinden. 9 von 10 Jugendliche sagten anschließend, dass die Workshops ihr Selbstvertrauen gestärkt haben. Und dass sie nun erstmals das Gefühl haben, ihre Zukunft aktiv beeinflussen zu können. Dieses Gefühl setzten viele gegen Projektende direkt in die Tat um. Viele Mitglieder der Jugendclubs engagierten sich aktiv lokal und auf Bezirksebene.
Neben der Landwirtschaft setzte das Projekt auch auf weitere berufliche Qualifizierungen. 30 Jugendliche wurden in Tischlereien, Friseur-Salons oder Kfz-Werkstätten sowie in der Motorradmechanik, ausgebildet. So erhielten sie praktische Fähigkeiten für eigene kleine Geschäftstätigkeiten. Einige begannen bereits während des Projekts damit, ihre Dienstleistungen in den Gemeinden anzubieten oder ihre eigenen kleine Betriebe aufzubauen.
Damit aus neuen Fähigkeiten auch langfristige Einkommen entstehen können, wurden die Jugendlichen gezielt mit Märkten und Wertschöpfungsketten vernetzt. Mit nahezu 1,36 Millionen Tonnen Mangos lag Malawi 2023 knapp hinter der weltweiten Top 10 an Ländern, die Mangos anbauen, verarbeiten und exportieren. [2] Deshalb bezog das Projekt auch die Mango-Wertschöpfung mit ein. Jugendliche lernten, wie Mangos verarbeitet, verpackt und vermarktet werden können. Diese Lerneinheiten motivierten viele Teilnehmende dazu, selbst Mangobäume in ihren Hausgärten zu pflanzen.
Ein besonderer Erfolg: Heute sind alle 500 Projektteilnehmenden in der Lage, direkt mit Abnehmer*innen und Zuliefer*innen landwirtschaftlicher Produkte in Kontakt zu treten.
Die Basis dafür haben Schulungen in Unternehmensführung, Finanzkompetenz und Marketing geschaffen. Diese Fortbildungen verbesserten das Verständnis der Jugendlichen für die zentralen Akteur*innen und Prozesse innerhalb der Wertschöpfungsketten.






Ein Markttag und eine Jobmesse brachten die Jugendliche mit lokalen Behörden und Unternehmen zusammen und bot ihnen die Möglichkeit, ihre Produkte zu präsentieren, Kontakte knüpfen und sich über neue Ausbildungs- und Einkommensmöglichkeiten zu informieren. Gleichzeitig wurden Jugendliche stärker mit Finanzdienstleistungen vernetzt. Zu Projektende nutzten bereits knapp 70% Prozent der Jugendlichen Finanzdienstleistungen wie Spargruppen oder mobile Gelddienste.
Die Projektteilnehmende Martha Christopher berichtet: „Durch die Dorfspargruppen konnten wir anfangen Geld zurückzulegen. Wir kauften Anteile an einem gemeinsamen Fonds und können daraus nun Kredite aufnehmen, wenn wir Geld für Saatgut, kleine Betriebe oder andere Ausgaben brauchen.“
Für viele Jugendliche entstand durch das Projekt erstmals die Möglichkeit, Geld zu sparen, Investitionen zu tätigen und sich gegenseitig finanziell zu unterstützen.
Durch das Projekt erlebten die beteiligten Jugendlichen, dass es möglich ist, die eigene Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Die Kombination aus Wissen, praktischer Ausbildung, eigenem Einkommen und gemeinschaftlicher Unterstützung schaffte neue Perspektiven. Und stärkte das Selbstvertrauen der Jugendlichen weit über die Projektaktivitäten hinaus.
Viele ehemalige Teilnehmende investierten ihre Gewinne bereits in Ackerland, Vieh oder den Ausbau ihrer Kleinunternehmen.
Besonders wichtig bleibt die starke lokale Verankerung des Projekts: Jugendclubs, lokale Netzwerke und die Zusammenarbeit mit Distriktbehörden sind auch nach Projektende weiter aktiv. Das Projekt hat die Grundlage dafür geschafft, dass auch kommende Generationen in Makanjira ihre Zukunft selbstbestimmt gestalten können.
[1] BMZ Länder, Malawi: www.bmz.de/de/laender/malawi
[2] FAOSTAT: www.fao.org/faostat/en/#data/QCL

Es heißt: Unterschätze niemals die Kraft eines einzelnen Samenkorns. In unserem Projekt in Makanjira konnten wir sehen, welche Kraft Saatgut für 500 Jugendliche entfaltet.
Malawi ist ein Land voller Naturwunder, in dem 22,8 Millionen Menschen aus mehr als 12 Sprach- und Kulturgruppen friedlich zusammenleben. Doch das Land in Südostafrika hat enorme Herausforderungen zu meistern. Laut dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zählen dazu eine hohe Armutsrate, weit verbreitete Mangelernährung, ein niedriges Bildungsniveau, eine schwache Gesundheitsversorgung und ein hohes Bevölkerungswachstum. [1]
Von diesen Herausforderungen berichtete auch unser Partner The Hunger Project Malawi. Deshalb haben wir gemeinsam von November 2023 bis April 2025 das Projekt „Stärkung der Fähigkeiten von Jugendlichen für landwirtschaftliches und wirtschaftliches Wachstum“ in der Region Makanjira umgesetzt. Gefördert wurde das Projekt vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie Das Hunger Projekt Deutschland.
In Makanjira blickten viele junge Menschen auf eine ungewisse Zukunft. Es gab nur begrenzte Möglichkeiten auf Arbeit und ein eigenes Einkommen. Hinzukam, dass steigende Preise vielen Familien die Sicherung ihrer Lebensgrundlagen erschwerten. Deshalb setzten wir in dem Projekt darauf, die Teilnehmenden in nachhaltiger Landwirtschaft, Unternehmertum und Finanzwissen zu schulen. 500 Jugendliche erhielten so eine berufliche Qualifizierung und eine Perspektive durch Einkommensmöglichkeiten und den Aufbau neuer Marktchancen. Für den Wissensaustauch untereinander etablierten wir auch Jugendnetzwerke. Wir unterstützen 290 junge Frauen und 210 junge Männer berufliche Fähigkeiten zu erwerben, Einkommen zu erwirtschaften und sich stärker an der Entwicklung ihrer Gemeinden zu beteiligen.
Um sich eigene Einkommensquellen aufzubauen, erhielten die 500 Jugendlichen Saatgut für den Sojaanbau sowie Schulungen in nachhaltiger Landwirtschaft. Dies war auch eine erste Anpassung an die Klimawandel bedingten Wetterextreme, denen das Land immer häufiger ausgesetzt ist. Ursprünglich war der Anbau von Erdnüssen geplant. Aufgrund einer starken Trockenperiode hat The Hunger Project Malawi in Abstimmung mit den Teilnehmenden frühzeitig auf eine dürretolerante Sojasorte umgestellt. Zudem wurden Saatgutbanken aufgebaut, damit Ernteerfolge langfristig Wirkung entfalten konnten. Alle Jugendlichen zahlten nach der Ernte einen Teil davon wieder zurück. Dadurch steht das Saatgut auch in den kommenden Jahren weiteren Jugendlichen zur Verfügung.
„Durch den Verkauf meiner Ernte konnte ich genug Geld ansparen, um mir einen Traum zu verwirklichen: mein eigenes Fahrrad“, erzählte uns Gersom Banda, einer der Projektteilnehmer. Auch andere Jugendliche investierten ihre Gewinne in weitere Geschäftsfelder wie Zuckerrohranbau, kleine Handelsaktivitäten oder Ackerland.


Zusätzlich zum Saatgut erhielten die Jugendlichen auch Ziegen und Schulungen in der Tierhaltung. Durch die Züchtung der Tiere wurden die Teilnehmenden in die Lage versetzt, Jungtiere an andere Gemeindemitglieder weiterzugeben und somit die Wirkung des Projekts zu potenzieren. Auch das erworbene Wissen wurde vervielfacht. Über lokale Jugendclubs gaben 200 geschulte Teilnehmende ihr landwirtschaftliches Wissen an andere Jugendliche weiter. Dadurch entstanden Netzwerke, in denen junge Menschen gemeinsam Probleme diskutierten, Erfahrungen austauschten und sich gegenseitig unterstützten.
Neben materiellen Ressourcen und Knowhow spielte auch die innere Einstellung der Teilnehmenden eine wichtige Rolle: In Vision-Commitment-Action-Workshops (VCA) erarbeiteten die Jugendlichen eine Vision für sich und ihre Gemeinden. 9 von 10 Jugendliche sagten anschließend, dass die Workshops ihr Selbstvertrauen gestärkt haben. Und dass sie nun erstmals das Gefühl haben, ihre Zukunft aktiv beeinflussen zu können. Dieses Gefühl setzten viele gegen Projektende direkt in die Tat um. Viele Mitglieder der Jugendclubs engagierten sich aktiv lokal und auf Bezirksebene.
Neben der Landwirtschaft setzte das Projekt auch auf weitere berufliche Qualifizierungen. 30 Jugendliche wurden in Tischlereien, Friseur-Salons oder Kfz-Werkstätten sowie in der Motorradmechanik, ausgebildet. So erhielten sie praktische Fähigkeiten für eigene kleine Geschäftstätigkeiten. Einige begannen bereits während des Projekts damit, ihre Dienstleistungen in den Gemeinden anzubieten oder ihre eigenen kleine Betriebe aufzubauen.
Damit aus neuen Fähigkeiten auch langfristige Einkommen entstehen können, wurden die Jugendlichen gezielt mit Märkten und Wertschöpfungsketten vernetzt. Mit nahezu 1,36 Millionen Tonnen Mangos lag Malawi 2023 knapp hinter der weltweiten Top 10 an Ländern, die Mangos anbauen, verarbeiten und exportieren. [2] Deshalb bezog das Projekt auch die Mango-Wertschöpfung mit ein. Jugendliche lernten, wie Mangos verarbeitet, verpackt und vermarktet werden können. Diese Lerneinheiten motivierten viele Teilnehmende dazu, selbst Mangobäume in ihren Hausgärten zu pflanzen.
Ein besonderer Erfolg: Heute sind alle 500 Projektteilnehmenden in der Lage, direkt mit Abnehmer*innen und Zuliefer*innen landwirtschaftlicher Produkte in Kontakt zu treten.
Die Basis dafür haben Schulungen in Unternehmensführung, Finanzkompetenz und Marketing geschaffen. Diese Fortbildungen verbesserten das Verständnis der Jugendlichen für die zentralen Akteur*innen und Prozesse innerhalb der Wertschöpfungsketten.






Ein Markttag und eine Jobmesse brachten die Jugendliche mit lokalen Behörden und Unternehmen zusammen und bot ihnen die Möglichkeit, ihre Produkte zu präsentieren, Kontakte knüpfen und sich über neue Ausbildungs- und Einkommensmöglichkeiten zu informieren. Gleichzeitig wurden Jugendliche stärker mit Finanzdienstleistungen vernetzt. Zu Projektende nutzten bereits knapp 70% Prozent der Jugendlichen Finanzdienstleistungen wie Spargruppen oder mobile Gelddienste.
Die Projektteilnehmende Martha Christopher berichtet: „Durch die Dorfspargruppen konnten wir anfangen Geld zurückzulegen. Wir kauften Anteile an einem gemeinsamen Fonds und können daraus nun Kredite aufnehmen, wenn wir Geld für Saatgut, kleine Betriebe oder andere Ausgaben brauchen.“
Für viele Jugendliche entstand durch das Projekt erstmals die Möglichkeit, Geld zu sparen, Investitionen zu tätigen und sich gegenseitig finanziell zu unterstützen.
Durch das Projekt erlebten die beteiligten Jugendlichen, dass es möglich ist, die eigene Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Die Kombination aus Wissen, praktischer Ausbildung, eigenem Einkommen und gemeinschaftlicher Unterstützung schaffte neue Perspektiven. Und stärkte das Selbstvertrauen der Jugendlichen weit über die Projektaktivitäten hinaus.
Viele ehemalige Teilnehmende investierten ihre Gewinne bereits in Ackerland, Vieh oder den Ausbau ihrer Kleinunternehmen.
Besonders wichtig bleibt die starke lokale Verankerung des Projekts: Jugendclubs, lokale Netzwerke und die Zusammenarbeit mit Distriktbehörden sind auch nach Projektende weiter aktiv. Das Projekt hat die Grundlage dafür geschafft, dass auch kommende Generationen in Makanjira ihre Zukunft selbstbestimmt gestalten können.
[1] BMZ Länder, Malawi: www.bmz.de/de/laender/malawi
[2] FAOSTAT: www.fao.org/faostat/en/#data/QCL
Mehr über unsere Arbeit, aktuelle Projekte und Möglichkeiten zur Unterstützung finden Sie auf unserer Website.
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