

Im peruanischen Amazonasgebiet bewahren die Yanesha seit Generationen ein reiches Wissen über Pflanzen, Wälder, Ernährung, Heiltraditionen, Handwerk und gemeinschaftliches Wirtschaften. Dieses Wissen ist Grundlage für Gesundheit, Einkommen, Ernährung und den Schutz der biologischen Vielfalt. Doch die Abholzung des Regenwaldes, die Ausweitung landwirtschaftlicher Nutzflächen und die Folgen des Klimawandels bedrohen die natürlichen Lebensgrundlagen vieler Yanesha-Gemeinschaften.
Hier setzt das Projekt „Empowerment indigener Yanesha-Frauen und junger Menschen in Peru für die Stärkung nachhaltiger Lebensgrundlagen und Erhaltung der biologischen Vielfalt“ an.
Seit Januar 2023 arbeiten wir gemeinsam mit unserem lokalen NGO-Partner CHIRAPAQ in der Provinz Oxapampa in der Region Pasco in Peru. Das Projekt unterstützt Familienoberhäupter, Frauen und junge Menschen aus sechs Yanesha-Gemeinschaften dabei, Kleinunternehmen aufzubauen, bestehende Initiativen weiterzuentwickeln und ihre Produkte besser zu vermarkten.
Das Projekt zeigte bereits in den vergangenen 3 Jahren positive Wirkung. Ein zentraler Erfolg: 2025 konnten 57 Yanesha-Familienoberhäupter, das sind fast 50% % der im Projektverlauf geschulten Personen, ihre Verkäufe steigern. Im Durchschnitt erzielten sie zusätzliche monatliche Einnahmen von 112 peruanischen Soles. Für viele Frauen bedeutet dies mehr Entscheidungsspielraum, mehr Sichtbarkeit in ihren Gemeinschaften und die Möglichkeit, auch finanziell zum Lebensunterhalt ihrer Familien beizutragen.
Bis Ende 2025 erreichten die Projektmaßnahmen 116 Familienoberhäupter, 92 davon waren Frauen. Die Familienoberhäupter sind in acht lokalen Vereinigungen organisiert und entwickelten gemeinschaftliche Unternehmen. Diese unternehmerischen Tätigkeiten reichen vom Textilhandwerk über die Gastronomie und Kakao-Verarbeitung bis hin zum von den Gemeinschaften organisierten Ökotourismus.
Im Mittelpunkt steht die Verbindung von wirtschaftlicher Eigenständigkeit und kultureller Selbstbestimmung. So entstehen Textilien und Schmuck aus lokalen Materialien, Kakao-Produkte, lokale Kulinarik Angebote, Saatgutbanken und eine Ökotourismus-Route rund um die Cascada Caracol in der Projektregion, Nueva Aldea.


Damit aus einer Idee ein zukunftsfähiges Unternehmen wird, braucht es Planung, Organisation und praktische Unterstützung. Deshalb vertieften 62 Familienoberhäupter 2025 ihre Kenntnisse zu Geschäftsideen, Machbarkeit, verfügbarem Kapital, Wachstum und langfristiger Stabilität. 103 Personen wurden zusätzlich darin geschult, öffentliche und private Fördermöglichkeiten zu nutzen.
Ein wichtiger Schritt war auch die offizielle Anerkennung lokaler Vereinigungen. In Nueva Aldea wurde 2025 die „Asociación de Ecoturismo Comunitario, Gastronomía, Hotelería, Artesanía y Cultura CHEROM“ behördlich registriert. Dadurch kann die Gemeinschaft ihre Angebote besser gestalten, Rechnungen ausstellen, Fördermittel beantragen und langfristig mit lokalen Behörden und Partner*innen zusammenarbeiten.
Ein besonderer Erfolg ist auch der Zugang zu staatlicher Finanzierung. 24 Yanesha-Familien, geführt von 22 Frauen, konnten über das Programm „Emprendimiento de la Mujer Rural e Indígena“ (Unternehmertum von Frauen in ländlichen und indigenen Gemeinschaften) öffentliche Mittel einwerben. Zwei Vereinigungen erhielten zusammen knapp 280.000 peruanische Soles (umgerechnet etwas mehr als 70.000 Euro) für handwerkliche Schokoladenproduktion in Shiringamazú und die nachhaltige Stärkung der Kakaoproduktion in Alto Iscozacín.Dieser Erfolg zeigt: Die Vereinigungen sind inzwischen so gut organisiert, dass sie die Anforderungen öffentlicher Förderprogramme erfüllen können.
Die Vielfalt der Unternehmen ist eine zentrale Stärke des Projekts. In Shiringamazú und Alto Iscozacín wurden Teilnehmende in der Verarbeitung von Kakao geschult: vom Rösten und Schälen bis zur Herstellung von Schokolade und gefüllten Pralinen. 2025 wurden die Kakaopasten beider Vereinigungen vom Gesundheitsamt für den Verzehr freigegeben. Dadurch können die Produkte künftig leichter offiziell vermarktet werden. Zusätzlich wurde der Prozess für eine gemeinsame Marke angestoßen, damit Herkunft, Qualität und gemeinschaftliche Herstellung klarer erkennbar werden.
Im Textilhandwerk entwickelten Frauen aus Nueva Aldea, Santa Rosa de Pichanaz und Unión de la Selva Designs, neue Schnittmuster und Schmuckprodukte. Bei den Textilien werden lokale Materialien wie Samen, Baumwolle und Pflanzenfarben eingesetzt. In Nueva Aldea entstand außerdem ein Rezeptheft mit traditionellen Gerichten.
Ein besonders sichtbares Ergebnis ist die Entwicklung des Ökotourismus in Nueva Aldea. Die Gemeinschaft arbeitete an der Aufwertung der Route zu den Cascada Caracol Wasserfällen und an einem Lehrpfad zu lokalen Heilpflanzen. In sieben gemeinschaftlichen Arbeitseinsätzen wurden Wege gereinigt und sicherer gemacht, Pflanzen gesetzt sowie Bänke und Geländer aus lokalen Materialien gebaut. Die Beschilderung erfolgt in Yanesha, Spanisch und Englisch. So erhalten Besucher*innen Orientierung, und zugleich wird die Yanesha-Sprache sichtbar.


In den vergangenen zwei Jahren wurden fünf gemeinschaftliche Saatgutbanken ausgebaut. 2025 fanden zehn Workshops zu ihrer Verwaltung statt. Die Saatgutbanken helfen den Gemeinschaften, lokale Sorten zu bewahren, Saatgut zu tauschen und die Ernährungssicherheit zu stärken.
Auch der Austausch zwischen den Gemeinschaften wurde gefördert. 2025 kamen Vertreter*innen aus Nueva Aldea, Unión de la Selva und Santa Rosa de Pichanaz zusammen, um Erfahrungen, Pflanzen, Samen und Wissen zu teilen. Solche Begegnungen stärken Vertrauen, machen vorhandenes Wissen sichtbar und unterstützen gemeinsame wirtschaftliche Perspektiven.
Die Zusammenarbeit mit lokalen Behörden wurde ebenfalls gestärkt. Die Distriktverwaltung von Villa Rica unterstützt Gastronomie- und Handwerksinitiativen in Unión de la Selva und institutionalisierte die „Fiesta de la Identidad Cultural Yánesha“, bei der Yanesha-Gruppen ihre Produkte präsentieren und verkaufen können. Die Distriktverwaltung von Palcazú fördert nun auch Initiativen im Textilhandwerk, der Kakao-Produktion und dem gemeinschaftsbasierten Tourismus.
Nach drei Projektjahren zeigt sich: Die Yanesha-Gemeinschaften verfügen über starke eigene Ressourcen. Das Projekt hat dazu beigetragen, ihre Ressourcen sichtbarer und wirtschaftlich nutzbar zu machen. Familien wurden gefördert und darin unterstützt die Verkäufe ihrer eigenen Produkte zu steigern. Lokale Vereinigungen haben Unternehmen gegründet und ausgebaut. Und fünf Saatgutbanken wurden aufgebaut, die die Tradition bewahren und Ernährung sichern.
Das Projekt zeigt: Nachhaltige Entwicklung entsteht dort, wo Menschen ihr Wissen, ihre Kultur und ihre natürlichen Lebensgrundlagen nicht voneinander trennen müssen. Die Yanesha-Frauen und jungen Menschen beweisen, dass sich Tradition und Zukunftsfähigkeit vereinen lassen.

Im peruanischen Amazonasgebiet bewahren die Yanesha seit Generationen ein reiches Wissen über Pflanzen, Wälder, Ernährung, Heiltraditionen, Handwerk und gemeinschaftliches Wirtschaften. Dieses Wissen ist Grundlage für Gesundheit, Einkommen, Ernährung und den Schutz der biologischen Vielfalt. Doch die Abholzung des Regenwaldes, die Ausweitung landwirtschaftlicher Nutzflächen und die Folgen des Klimawandels bedrohen die natürlichen Lebensgrundlagen vieler Yanesha-Gemeinschaften.
Hier setzt das Projekt „Empowerment indigener Yanesha-Frauen und junger Menschen in Peru für die Stärkung nachhaltiger Lebensgrundlagen und Erhaltung der biologischen Vielfalt“ an.
Seit Januar 2023 arbeiten wir gemeinsam mit unserem lokalen NGO-Partner CHIRAPAQ in der Provinz Oxapampa in der Region Pasco in Peru. Das Projekt unterstützt Familienoberhäupter, Frauen und junge Menschen aus sechs Yanesha-Gemeinschaften dabei, Kleinunternehmen aufzubauen, bestehende Initiativen weiterzuentwickeln und ihre Produkte besser zu vermarkten.
Das Projekt zeigte bereits in den vergangenen 3 Jahren positive Wirkung. Ein zentraler Erfolg: 2025 konnten 57 Yanesha-Familienoberhäupter, das sind fast 50% % der im Projektverlauf geschulten Personen, ihre Verkäufe steigern. Im Durchschnitt erzielten sie zusätzliche monatliche Einnahmen von 112 peruanischen Soles. Für viele Frauen bedeutet dies mehr Entscheidungsspielraum, mehr Sichtbarkeit in ihren Gemeinschaften und die Möglichkeit, auch finanziell zum Lebensunterhalt ihrer Familien beizutragen.
Bis Ende 2025 erreichten die Projektmaßnahmen 116 Familienoberhäupter, 92 davon waren Frauen. Die Familienoberhäupter sind in acht lokalen Vereinigungen organisiert und entwickelten gemeinschaftliche Unternehmen. Diese unternehmerischen Tätigkeiten reichen vom Textilhandwerk über die Gastronomie und Kakao-Verarbeitung bis hin zum von den Gemeinschaften organisierten Ökotourismus.
Im Mittelpunkt steht die Verbindung von wirtschaftlicher Eigenständigkeit und kultureller Selbstbestimmung. So entstehen Textilien und Schmuck aus lokalen Materialien, Kakao-Produkte, lokale Kulinarik Angebote, Saatgutbanken und eine Ökotourismus-Route rund um die Cascada Caracol in der Projektregion, Nueva Aldea.


Damit aus einer Idee ein zukunftsfähiges Unternehmen wird, braucht es Planung, Organisation und praktische Unterstützung. Deshalb vertieften 62 Familienoberhäupter 2025 ihre Kenntnisse zu Geschäftsideen, Machbarkeit, verfügbarem Kapital, Wachstum und langfristiger Stabilität. 103 Personen wurden zusätzlich darin geschult, öffentliche und private Fördermöglichkeiten zu nutzen.
Ein wichtiger Schritt war auch die offizielle Anerkennung lokaler Vereinigungen. In Nueva Aldea wurde 2025 die „Asociación de Ecoturismo Comunitario, Gastronomía, Hotelería, Artesanía y Cultura CHEROM“ behördlich registriert. Dadurch kann die Gemeinschaft ihre Angebote besser gestalten, Rechnungen ausstellen, Fördermittel beantragen und langfristig mit lokalen Behörden und Partner*innen zusammenarbeiten.
Ein besonderer Erfolg ist auch der Zugang zu staatlicher Finanzierung. 24 Yanesha-Familien, geführt von 22 Frauen, konnten über das Programm „Emprendimiento de la Mujer Rural e Indígena“ (Unternehmertum von Frauen in ländlichen und indigenen Gemeinschaften) öffentliche Mittel einwerben. Zwei Vereinigungen erhielten zusammen knapp 280.000 peruanische Soles (umgerechnet etwas mehr als 70.000 Euro) für handwerkliche Schokoladenproduktion in Shiringamazú und die nachhaltige Stärkung der Kakaoproduktion in Alto Iscozacín.Dieser Erfolg zeigt: Die Vereinigungen sind inzwischen so gut organisiert, dass sie die Anforderungen öffentlicher Förderprogramme erfüllen können.
Die Vielfalt der Unternehmen ist eine zentrale Stärke des Projekts. In Shiringamazú und Alto Iscozacín wurden Teilnehmende in der Verarbeitung von Kakao geschult: vom Rösten und Schälen bis zur Herstellung von Schokolade und gefüllten Pralinen. 2025 wurden die Kakaopasten beider Vereinigungen vom Gesundheitsamt für den Verzehr freigegeben. Dadurch können die Produkte künftig leichter offiziell vermarktet werden. Zusätzlich wurde der Prozess für eine gemeinsame Marke angestoßen, damit Herkunft, Qualität und gemeinschaftliche Herstellung klarer erkennbar werden.
Im Textilhandwerk entwickelten Frauen aus Nueva Aldea, Santa Rosa de Pichanaz und Unión de la Selva Designs, neue Schnittmuster und Schmuckprodukte. Bei den Textilien werden lokale Materialien wie Samen, Baumwolle und Pflanzenfarben eingesetzt. In Nueva Aldea entstand außerdem ein Rezeptheft mit traditionellen Gerichten.
Ein besonders sichtbares Ergebnis ist die Entwicklung des Ökotourismus in Nueva Aldea. Die Gemeinschaft arbeitete an der Aufwertung der Route zu den Cascada Caracol Wasserfällen und an einem Lehrpfad zu lokalen Heilpflanzen. In sieben gemeinschaftlichen Arbeitseinsätzen wurden Wege gereinigt und sicherer gemacht, Pflanzen gesetzt sowie Bänke und Geländer aus lokalen Materialien gebaut. Die Beschilderung erfolgt in Yanesha, Spanisch und Englisch. So erhalten Besucher*innen Orientierung, und zugleich wird die Yanesha-Sprache sichtbar.


In den vergangenen zwei Jahren wurden fünf gemeinschaftliche Saatgutbanken ausgebaut. 2025 fanden zehn Workshops zu ihrer Verwaltung statt. Die Saatgutbanken helfen den Gemeinschaften, lokale Sorten zu bewahren, Saatgut zu tauschen und die Ernährungssicherheit zu stärken.
Auch der Austausch zwischen den Gemeinschaften wurde gefördert. 2025 kamen Vertreter*innen aus Nueva Aldea, Unión de la Selva und Santa Rosa de Pichanaz zusammen, um Erfahrungen, Pflanzen, Samen und Wissen zu teilen. Solche Begegnungen stärken Vertrauen, machen vorhandenes Wissen sichtbar und unterstützen gemeinsame wirtschaftliche Perspektiven.
Die Zusammenarbeit mit lokalen Behörden wurde ebenfalls gestärkt. Die Distriktverwaltung von Villa Rica unterstützt Gastronomie- und Handwerksinitiativen in Unión de la Selva und institutionalisierte die „Fiesta de la Identidad Cultural Yánesha“, bei der Yanesha-Gruppen ihre Produkte präsentieren und verkaufen können. Die Distriktverwaltung von Palcazú fördert nun auch Initiativen im Textilhandwerk, der Kakao-Produktion und dem gemeinschaftsbasierten Tourismus.
Nach drei Projektjahren zeigt sich: Die Yanesha-Gemeinschaften verfügen über starke eigene Ressourcen. Das Projekt hat dazu beigetragen, ihre Ressourcen sichtbarer und wirtschaftlich nutzbar zu machen. Familien wurden gefördert und darin unterstützt die Verkäufe ihrer eigenen Produkte zu steigern. Lokale Vereinigungen haben Unternehmen gegründet und ausgebaut. Und fünf Saatgutbanken wurden aufgebaut, die die Tradition bewahren und Ernährung sichern.
Das Projekt zeigt: Nachhaltige Entwicklung entsteht dort, wo Menschen ihr Wissen, ihre Kultur und ihre natürlichen Lebensgrundlagen nicht voneinander trennen müssen. Die Yanesha-Frauen und jungen Menschen beweisen, dass sich Tradition und Zukunftsfähigkeit vereinen lassen.
Mehr über unsere Arbeit, aktuelle Projekte und Möglichkeiten zur Unterstützung finden Sie auf unserer Website.
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